Dankeschön

Wenn wir die Wiblinger Bachtage 2026 unter das Motto »Warum Musik?« stellen, schwingen darin viele Aspekte mit. Zunächst solche, die einem direkt einfallen: Hörgenuss, Ausdruck von Gefühl, Gemeinschaftsbildung, Unterhaltung, För­­derung der seelischen Gesundheit.

Dann jene, die vielleicht erst bei längerem Nachdenken auftauchen: Religiöse Versenkung, Bildungsanreiz, Meditation, Stärkung kultureller Identität, Schmerzlinderung - und schließlich solche, die etwas mit der “Verzweckung” von Musik zu tun haben: Fangesänge im Fußballstadion, die die eigenen Leute ermutigen und das gegnerische Team verächtlich machen, Soldatenlieder zur Kräftigung militärischen Tatendrangs, Musik im Supermarkt, die nachweislich den Absatz ankurbelt.

Zuletzt zu erwähnen wäre das weite Feld der (zunehmend KI-generierten) Musik, die nur erklingt, weil wir keine Stille ertragen: Im Fahrstuhl, im Auto, beim Friseur oder im Wartezimmer. Diese Töne sind nicht dazu da, um hinzuhören, sondern um nur ja keinen Moment der Ruhe erleben zu müssen - der Begriff “Grabesstille” liefert vielleicht den Schimmer einer Erklärung.

Wer den Fächerkanon einer Musikhochschule betrachtet, wird feststellen, welche Bandbreite von Fähigkeiten ein Orchestermusiker nachzuweisen hat, ehe er zur Prüfung zugelassen wird. Da genügt es bei Weitem nicht, auf die Frage »Warum möchten Sie Musiker sein?« zu antworten: »Weil ich das liebe und am am besten kann.« Disziplinen wie Musikphysiologie, Formenlehre oder Tonsatz lassen vermuten, dass man Musik nicht einfach “macht”, sondern auch durchdringen, verstehen, ergründen muss.

Zurück zur Ausgangsfrage »Warum Musik?«

“Weil man sie braucht”, werden die einen antworten, “viele Gefühle sind nicht allein mit Worten zu fassen.”

“Weil sie Spaß macht”, sagen die anderen, scheinbar banaler, aber nicht weniger überzeugt. “Ein Fest ohne Tanz, ein Sommer ohne Hit, ein Film ohne Musik - was soll das sein?”

Und die dritten werden von Stressabbau, Geschichtsreflektion, kognitiver Konsolidierung, Neurodiversität… reden und ihre Argumente wesentlicher finden als die der anderen. Recht haben letztlich alle.

Auch die Wiblinger Bachtage wollen - seit über vierzig Jahren - Menschen mit Musik in Berührung bringen, sie erfreuen, bewegen, trösten, auch mal herausfordern und im besten Fall begeistern.

Ihre Beständigkeit verdanken die Bachtage unter anderem der finanziellen Unterstützung vieler Firmen und Privatpersonen. Annoncen in diesem Programmheft leisten einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Konzertreihe.

Für die ideelle und materielle Unterstützung danken wir der Stadt Ulm und dem Regierungspräsidium Tübingen.

Ebenso sagen wir den Katholischen Kirchengemeinden in Donaustetten, von St. Georg, St. Elisabeth und St. Maria Suso in Ulm sowie St. Martin in Wiblingen herzlichen Dank für ihre entgegenkommende Gastfreundschaft.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Kulturabteilung der Stadt Ulm